Die Sachkundeprüfung gem. § 34a GewO

Die Sachkundeprüfung gem. § 34a GewO

27 November 2020
 Kategorien: Sicherheit, Blog


Gem. § 34a GewO bedarf derjenige, welcher gewerbsmäßig Leben oder Eigentum einer fremden Personen bewachen will (sog. Bewachungsgewerbe), der Erlaubnis der zuständigen Behörde. Somit muss für das genannte Gewerbe eine Sachkundeprüfung gem. 34a GewO vorliegen. Hintergrund hiervon ist, dass eine Tätigkeit im Sicherheitsgewerbe unteranderem ein hohes Maß an Fachwissen und außerdem Fähigkeiten voraussetzt, welche zum Schutz fremden Eigentums und Lebens zwingend notwendig sind. Gestützt auf diese Gründe hat der Gesetzgeber klare Voraussetzungen für eine Tätigkeit im Sicherheitsgewerbe vorgeschrieben. Die in § 34a GewO genannten Voraussetzungen gelten unabhängig davon, ob die Tätigkeit in einem Angestelltenverhältnis oder auf einer selbstständigen Basis durchgeführt wird. Beide Formen der Tätigkeit sind in § 34a GewO geregelt.

Die Sachkundeprüfung gem. 34a GewO ist von jedem Angestellten oder Unternehmer abzulegen, der Kontrollgänge in Hausrechtsbereichen mit einem tatsächlich öffentlichen Verkehr oder im Bereich des öffentlichen Verkehrsraums durchführen will. Weiterhin muss eine solche Prüfung auch abgelegt werden, wenn man die Bewachung eines Bereiches von gastgewerblichen Diskotheken anstrebt. Auch ist eine solche Prüfung vor der Bewachung von Aufnahmeeinrichtungen gem. § 44 des Asylgesetzes erfolgreich abzuschließen. Zum Schluss bedarf es eines erfolgreichen Abschlusses der Prüfung auch, wenn man die Bewachung von sogenannten zugangsgeschützten Großveranstaltungen (wie beispielsweise Fußballspielen und Konzerte) in leitender Funktion übernehmen möchte.

Die Sachkundeprüfung gem. 34a GewO wird von der jeweils zuständigen Industrie- und Handelskammer abgenommen. Die Gebühren für die Prüfung betragen grundsätzlich ca. 150,00 Euro (unterscheidet sich jedoch in den Regionen). Die Prüfung wird von vielen Teilnehmern unterschätzt. So beträgt die Durchfallquote in einigen Regionen 50-70 %. Aus diesem Grund sollte man die Prüfung nicht auf die leichte Schulter nehmen und sich gewissenhaft auf die Prüfung vorbereiten. Hierfür finden sich viele Hilfen im Internet. Die eigentliche Prüfung dauert schließlich insgesamt einen ganzen Tag. Sie unterteilt sich in eine schriftliche und mündliche Prüfung. Prüfungsgegenstand ist dabei beispielsweise das Bürgerliche Gesetzbuch, das Straf- und Strafverfahrensrecht und die Grundzüge der Sicherheitstechnik. Der schriftliche Teil der Prüfung muss dabei in Form eines Multiple-Choice-Testes absolviert werden. Der Prüfling wird hierbei mit 72 Fragen konfrontiert. Für eine Beantwortung dieser Fragen hat er 120 Minuten Zeit. Für den anschließenden mündlichen Teil der Prüfung wird der Prüfling nur zugelassen, wenn er im schriftlichen Teil des Testes mindestens 50 % der zu erreichenden Punkte erzielt hat. Hat er diese Voraussetzungen überwunden, findet anschließend die mündliche Prüfung statt. Diese erfolgt entweder in einem Einzel- oder in einem Gruppengespräch. Hier sitzt der Prüfling dem Prüfungsausschuss gegenüber. Der Prüfungsausschuss besteht dabei aus mindestens drei verschiedene Mitglieder. Prüfungsschwerpunkte der mündlichen Prüfung sind vor allem die Themen „Recht“ und der „Umgang mit Menschen“. Im Anschluss an die mündliche Prüfung erfährt der Prüfling direkt, ob er die Prüfung bestanden hat.

Weitere Informationen finden Sie bei der AGSM Akademie für ganzheitliche Sicherheit und Sicherheitsmanagement GmbH.

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Wenn der Job vom Leben anderer abhängt

Security umfasst eine Unmenge verschiedener Aufgaben. Diese können der Kaufhausdetektiv, der Bodyguard, Polizeidienste, Türsteher in der Lieblingsdisco oder auch ein Flughafenkontrolleur sein. Sicherheitsfachkräfte arbeiten prinzipiell mit dem Wissen, dass ihr Dasein vom Leben und Überleben ihrer Kunden oder Gäste abhängt - eine enorme psychische Belastung, da sich die Sicherheitsfachkraft vertraglich verpflichtet, das Leben eines Fremden vor das Eigene zu stellen. Wie gehen diese Menschen damit um? Wie lange ist ein solcher Job tatsächlich machbar, ohne selbst gesundheitliche Folgen daraus zu ziehen? Wie kommt man als Neuling in die Sicherheitsbranche und was ist zu bedenken, wenn man sich beruflich danach orientieren will? Fragen, denen wir in den folgenden Zeilen auf den Grund gehen.

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